Home  | Impressum | Datenschutz | Sitemap | KIT

Abstract zur Dissertation "Exportgeschichte von DDR-Krafträdern" von Georg Seiler, M.A.

Stand: Januar 2018

Die Dissertation mit dem Arbeitstitel „Exportgeschichte von DDR-Krafträdern“ untersucht die Ausfuhr von in der Deutschen Demokratischen Republik produzierten Motorrädern, Mopeds und Rollern im Zeitraum von 1945 bis 1990. Im Blickpunkt befinden sich Fahrzeuge der Firmen EMW, IWL, MZ und Simson.
Die Eigenheiten der DDR-Wirtschafts- und Außenhandelspolitik machen es möglich, Verkaufs-, Marketing- und Marktforschungstrategien getrennt und doch vergleichend nach verschiedenen Absatzgebieten zu untersuchen. Die sozialistische Planwirtschaft und mit dieser einhergehende Probleme wirkten sich auf Exporttaktiken der DDR-Betriebe aus. Dass die kapitalistischen Staaten Beschränkungen gegen den Handel mit Ländern des COMECON erlassen hatten, erschwerten die Geschäfte weiterhin.

Bei der Untersuchung stehen für jeden der unterschiedlichen Wirtschaftsräume ausgewählte Länder aufgrund besonderer Eigenheiten im Fokus. Für die Staaten des RGW in Europa die UdSSR, Tschechoslowakei und Ungarn. Von den westlichen Industrieländern Griechenland, Großbritannien und die Bundesrepublik Deutschland. Aufgrund der großen Unterschiede und räumlichen Entfernungen werden in der dritten Gruppe mehr Staaten beleuchtet: Anhand von Kuba, Irak, Iran, Marokko, Brasilien und Angola werden unterschiedliche Charakteristiken im Handel mit diesen so genannten Schwellen- oder Entwicklungsländern dargestellt.

Im Hauptinteresse der Studie liegt die Erörterung der Verkaufsverfahren in die verschiedenen Wirtschaftsräume, beziehungsweise Länder. Waren die Modalitäten beim Handel mit kapitalistischen Industrie- oder Entwicklungsländern anders als mit denen des sozialistischen Blocks? Waren innerhalb dieser Gruppen die Vorgänge gleich oder gab es auch hier Unterschiede? Und worin lagen die Gründe für mögliche Abweichungen? Weiterhin wird untersucht, wie die Firmen sich auf den Außenmärkten präsentierten und woher der Antrieb zum angewandten Auftreten kam. Wurde es von den Werken selbst, vom übergeordneten Außenhandelsunternehmen oder gar von Staats- oder Parteispitze der DDR bestimmt?

Neben solchen und weiteren zentralen Fragestellungen erscheint ebenso interessant, ob in der Wiederaufbauzeit strukturpolitische Entscheidungen der DDR-Führung für die späteren Standorte der Kraftradindustrie verantwortlich waren. Gleichermaßen werden beispielgebend andere Exportwaren beleuchtet und gefragt, ob man die Charakteristiken vom Zweiradexport auch auf diese anwenden kann.