Hann. Münden, Cafe ÄgidiusWikimedia Commons

Nach der Kirchenbindung: Niederländische und deutsche Intellektuelle katholischer und protestantischer Milieus seit den 1950er Jahren im Vergleich

  • Ansprechperson:

    Rolf-Ulrich Kunze

Der niederländische Bruch mit der konfessionellen Bindung erfolgte bei den intellektuellen Eliten in den 1960er Jahren schärfer und abrupter als in der Gesellschaft der Bundesrepublik. Die Gründe liegen in einem anderen Modernisierungsverlauf seit den 1950er Jahren, vor allem aber in der in den Niederlanden bis in die 1950er Jahre ausgeprägten, in der Nachkriegszeit noch einmal verstärkten Versäulung der Gesellschaft in sozialmoralisch-konfessionelle Milieus und dem radikalen Entsäulungsprozess seit Beginn der 1960er Jahre.

 

Die Studie zielt darauf, relevante Felder von konfessionellen ,Mentalitätsschatten‘ bei niederländischen und deutschen Intellektuellen zwischen 1950 und 2000 u.a. in der Sozialstaats- und Entwicklungshilfepolitik, der Wirtschaftsethik und in der Umweltpolitik seit dem Erscheinen des Club of Rome-Berichts im Jahr 1972 zu identifizieren und exemplarisch zu kontextualisieren. Auf diese Weise soll ein Modell für Postkonfessionalitätsgeschichte möglich werden.

 

 

Abb.: Innenraum der vormals lutherischen Aegidienkirche in Hannoversch Münden, 2006 entwidmet, seit 2010 Café Aegidius.

Quelle: [[File:Hann. Münden Café Ägidius 1.jpg|Hann. Münden Café Ägidius 1]], https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hann._M%C3%BCnden_Caf%C3%A9_%C3%84gidius_1.jpg, gemeinfrei.