Karl Marx und der Kapitalismus

Inhalt

Zum Ende der Neuzeit hin wandelte sich die Lebenswelt der Menschen tiefgreifend und mit zunehmender Geschwindigkeit. Viele der einst unantastbar scheinenden Institutionen zerbröselten, fielen in sich zusammen oder wurden zu Fall gebracht. Jahrhunderte währende Eigentumsverhältnisse wurden aufgehoben, Privilegien eingestampft und soziale Bindungen aufgelöst oder neu verhandelt. Und die alten Eliten? Im Schatten einer immer schwächer werdenden feudalen Aristokratie, die die Geschicke der Menschen in Europa so lange zu bestimmen schien, begann sich die noch junge und erstarkende Bourgeoisie ihrerseits mit Machtansprüchen zu erheben, denen sie mit politischer Umsicht, Intrigen und blanker Gewalt Geltung verschafft. Der Aufstieg der Bourgeoisie wurde selbst konterkariert durch die Entwicklung ihres Gegenstücks, des Proletariats, das sich eigentumslos der Bourgeoisie u.a. in ihren wie Pilze aus der Erde wachsenden Fabriken verdingen muss.

 

Der 1818 geborene Karl Marx war Zeitzeuge vieler dieser Ereignisse und beobachtete sie mit einer aufrichtigen Faszination und zugleich mit Schrecken. Die Heftigkeit und Radikalität mit der sich alles änderte ließ ihn erstaunen, doch erschrak er vor der Rücksichtslosigkeit, mit der dies alles vonstatten ging. Marx machte es sich zur Lebensaufgabe diese Geschehnisse zu studieren, zu analysieren und zu kritisieren. Dabei meinte er bereits früh die ökonomischen Beweggründe erkannt zu haben, die die alte soziale Ordnung verdammten und eine neue schufen: die kapitalistische Produktionsweise.

 

In diesem Seminar widmen wir uns Aspekten und Themen der Auseinandersetzung Marx’ mit dem Kapitalismus. Unter anderem möchten wir uns Folgendem widmen:

 

       Was ist die Besonderheit des Kapitalismus? Wie meint Marx, lässt sich dieser am besten charakterisieren und was verrät uns die gewählte Charakterisierung?

       Was sind Klassen? Welche Rollen spielen Klassenkämpfe und -konflikte in Marx’ Analyse?

       Welche methodologischen Annahmen liegen seiner Analyse zugrunde? Wie glaubt Marx, die Dinge betrachten zu müssen und warum wählt er gerade diesen Zugang?

       Was kritisiert Marx am Kapitalismus und welche Gestalt nimmt seine Kritik an?

 

Im Zuge der Lehrveranstaltung widmen wir uns fernerhin zentralen Begriffen Marx’ Denkgebäudes, wie Ausbeutung, Klassen, Materialismus, Produktivkräfte etc.

 

Dieses Masterseminar sollte u.a. für all diejenigen interessant sein, die eine Einführung in die Ideenwelt Marx’ suchen oder bereits mit dieser vertraut sind und im Verbund mit anderen tiefer einsteigen möchten, die sich für sozialphilosophische Themen begeistern, sich für methodologische Fragen interessieren oder Formen der Kapitalismus- und Gesellschaftskritik kennenlernen möchten.

Dafür werden wir Auszüge aus den Werken Marx’ und seines Weggefährten Friedrich Engels lesen, die Ihnen alle kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

 

Als Studienleistung wird die erfolgreiche Abgabe zweier Lektürenotizen gefordert.