SoSe 2026
Führung durch die botanische Sammlung des Naturkundemuseums Karlsruhe
Das Hauptseminar zur Wissenschaftsgeschichte von Forschungsreisen von Désirée Schauz unternahm am 22. Juli 2026 eine Exkursion zum Rheinhafen, wo sich momentan die botanische Sammlung des Karlsruher Naturkundemuseums befindet. Das Herbar umfasst mehr als 580.000 Belege von Flechten, Moosen, Pilzen, Farnen und Blütenpflanzen aus allen Kontinenten. Die ältesten Sammlungstücke stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Der leitende Kurator der Sammlung, der Ethnobotaniker Rainer Bussmann, gab einen Einblick in die wechselvolle Geschichte dieser bedeutenden Sammlung, die das Ergebnis von unzähligen Forschungsreisen, Tauschaktionen und Schenkungen ist. Er beschrieb die Herausforderungen bei der Erfassung, Ordnung und Konservierung des Materials sowie dessen Bedeutung für aktuelle Forschungsfragen zu Biodiversität und langfristigen Veränderungen der Pflanzenwelt. An ausgewählten Beispielen erklärte er, wie politische und lange Zeit koloniale Rahmenbedingungen die Nutzung und globale Verbreitung von Kulturpflanzen bis heute beeinflussen. In diesem Zusammenhang ging Bussmann auch auf die Frage nach den Rechten indigener Bevölkerungsgruppen und deren Wissen über Nutzpflanzen ein, die die Ethnobotanik in den letzten Jahren verstärkt beschäftigte.
In den Schatzkammern des Generallandesarchivs Karlsruhe
Am 30. Juni fand im Rahmen des Forschungskolloquiums, betreut von PD Dr. Désirée Schauz und Prof. Dr. Marcus Popplow, eine Exkursion zum Generallandesarchiv in Karlsruhe statt. Das Generallandesarchiv ist heute zuständig für die Dokumente der Landesbehörden und Gerichte des Regierungsbezirks Karlsruhe. Man findet dort aber auch historische Quellen der badischen Markgrafen, Archivgut der Bischöfe von Speyer und Konstanz oder aber auch vieler ehemaliger Klöster, um nur ein paar Bereiche zu nennen.
Dr. Jennifer Meyer führte die Gruppe durch das Archiv. Die Studierenden erfuhren dabei etwa wie viele unterschiedliche Treppenhäuser früher genutzt wurden. Es gab ein repräsentatives Treppenhaus für den Archivdirektor, ein weiteres für die angestellten Archivare und ein drittes für die Bediensteten des Archivdirektors. Außerdem konnten sich die Teilnehmenden die sogenannten Fluchtkisten ansehen. Dabei handelte es sich um größere Holzkisten, die mit Großbuchstaben versehen waren. Darin konnten in Notfällen Archivalien untergebracht und gerettet werden. Ein weiterer, sehr interessanter Teil der Führung war die Besichtigung des Lesesaals und die Thematisierung der Schutzfristen. Im Normalfall dürfen im Archiv liegende Dokumente nämlich erst nach 30 Jahren eingesehen und genutzt werden. Bei Akten, die einen Bezug zu einer natürlichen Person haben, sind die Regeln noch etwas strenger. So darf eine solche Archivalie erst eingesehen werden, wenn seit dem Tod der Person 10 Jahre vergangen sind. In Fällen, bei denen das Todesdatum der Person unbekannt ist, darf die Akte nach 90 Jahren ab Geburtsdatum genutzt werden. Es gibt durchaus Ausnahmen in der Schutz- und Sperrfristregegelung, das muss jedoch in jedem Fall individuell geprüft werden.
Ein Highlight war auch der Besuch der Restaurierungswerkstatt. Dort stellte die Restauratorin des Hauses, Bettina Heck, den Besuchern ausgewählte Archivstücke vor, die sie vor dem Verfall schützt. Die Teilnehmenden des Forschungskolloquiums lernten nicht nur, wie man historische Bücher vor Tintenfraß rettet, sondern auch, dass man Schimmel aufhalten, aber niemals ganz beseitigen kann. Sehr aufschlussreich war auch der Umstand, dass Archivalien so restauriert werden müssen, dass man deutlich erkennen kann, dass an den Stücken etwas repariert wurde, beispielsweise durch Farbabweichungen.
Im Namen des Forschungskolloquiums möchten wir uns ganz herzlich bei Jennifer Meyer und Bettina Heck für den Einblick in ihren Arbeitsalltag und die Institution des Generallandesarchivs bedanken.
Magdalena Pfeiffer
SoSe 2025
Exkursion zu Karlsruher Prothetik-Hersteller
Im Rahmen des von Désirée Schauz veranstalteten Seminars „Von der Prothese zum Cyborg – Körper und Technik“ fand am 30. Juli 2025 eine Exkursion zum Karlsruher Prothesen-Hersteller Vincent Systems statt. Bei der Firmenführung erhielten die Teilnehmer:innen einen umfassenden Einblick in die aktuellen Entwicklungstrends bei High-Tech-Handprothesen.
Führung durch Ausstellung im Badischen Landesmuseum
20 Studierende des EUKLID Studiengangs machten sich zusammen mit Désirée Schauz und Marcus Popplow am 29. Juli auf zu einer Führung durch die Sonderausstellung „Unrecht & Profit. Das Badische Landesmuseum im Nationalsozialismus“ im Karlsruher Schloss. Anhand von zahlreichen Exponaten aus den Beständen des Museums sowie minutiös recherchierten Gegebenheiten konnten sie sich selbst ein Bild machen von der akribischen Arbeit der Ausstellungsmacher, die die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Museums zum Thema hat.
Exkursion zu 100 Objekten aus der Geschichte des KIT
Im Rahmen des Forschungskolloquiums von Marcus Popplow und Désirée Schauz begaben sich die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer ins Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) zu einer informativen Führung durch Exponate und Geschichte der Ausstellung „200 Jahre KIT | 100 Objekte. Teile des Ganzen“. Klaus Nippert, Archivar des KIT, Andrea Stengel, und Anton F. Guhl haben die Ausstellung kuratiert. Wir erfuhren Spannendes, Kurioses und Geschichtsträchtiges rund um Konzeption und Entwicklung einer Ausstellung als Spiegel der 200jährigen Geschichte des KIT, das in diesem Jahr Jubiläum feiert. Die Ausstellung kann noch bis 19. Oktober 2025 vor Ort und in digitaler Form über diesen Link besichtigt werden.
WiSe 2024/25
Exkursion ins Haus der Geschichte, Stuttgart (25.01.2025)
Am 25. Januar 2025 besuchte Andrea Acle-Kreysing gemeinsam mit den Studierenden ihres Seminars das Haus der Geschichte in Stuttgart:
"Im Rahmen der Dauerausstellung suchten wir gezielt nach Objekten, die symbolisch historische und gesellschaftliche Hintergründe von Migration veranschaulichen.
Zu den eindrucksvollsten Exponaten zählten „Hungerbrote“, die aus allen möglichen Zutaten außer Mehl gebacken wurden. Diese erinnerten an die Dürre des frühen 19. Jahrhunderts, die zusammen mit den Napoleonischen Kriegen dazu führte, dass viele Menschen aus der Region auswanderten. Spannende Einblicke bot auch die Geschichte von Regimentern im Amerikanischen Bürgerkrieg, die aus politischen Exilanten aus Baden-Württemberg nach den Revolutionen von 1848 gebildet wurden.
Weitere Objekte illustrierten die Flucht- und Vertreibungserfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus bis in die 1950er Jahre, als die Region schließlich zu einem Anziehungspunkt für Einwanderinnen und Einwanderer wurde. Besonders beeindruckend war die Darstellung in überdimensionalen Koffern, die mit persönlichen Gegenständen und Erinnerungsstücken die Geschichten von Menschen aus der Ukraine, dem Iran, der Türkei, Deutschland u. a. erzählten und dabei Migrationserfahrungen sowohl aus dem 19. als auch aus dem 20. Jahrhundert anschaulich machten.
Ein weiteres Highlight war ein Brettspiel zum Thema Migration, das anhand realer Beispiele und persönlicher Lebenswege (z. B. von hochqualifizierten Fachkräften, politischen Dissidentinnen und Dissidenten, minderjährigen Geflüchteten und geringqualifizierten Eingewanderten) aufzeigte, dass Integration nicht nur von persönlichem Willen abhängt, sondern maßgeblich von den institutionellen und strukturellen Unterstützungsangeboten, die Einwanderern zur Verfügung stehen.
Unser Dank gilt unserem engagierten Begleiter, Herrn Vidačković, für seine lebendigen und aufschlussreichen Erklärungen während der Führung und des Workshops. Ebenso danken wir der Fachschaft GeistSoz für die finanzielle Unterstützung, die diese Exkursion ermöglicht hat. Wir können allen einen Besuch im Haus der Geschichte wärmstens empfehlen."
SoSe 2024
Exkursion ins „arbeitende Museum“
Am 15. Juni 2024 besuchte Sophia Merkel mit Teilnehmenden des Seminars „Textilgeschichte zwischen Technik- und Konsumgeschichte“ und interessierten Studierenden das Technoseum in Mannheim.
Sabine Hüttner, Vorführtechnikerin, führte durch die vielseitigen Exponate des Museums, die die Textilproduktion veranschaulichten. Die Teilnehmenden konnten verschiedene Exponate wie Spinnräder und Webstühle selbst bedienen und im Seminar Besprochenes so selbst ausprobieren und die körperlichen Anforderungen der unterschiedlichen Geräte erfahren. Einen Höhepunkt stellte die Vorführung einer originalgetreu wiederaufgebauten Weberei, betrieben im 19. und 20. Jahrhundert durch die Familie Störr aus Elzach, dar (siehe Foto). Angetrieben durch ein Wasserrad zeigten die unter anderem sieben Webstühle, welcher großen Lärmbelastung und Gefahren die arbeitenden Menschen in der Weberei ausgesetzt waren.
Wir bedanken uns besonders bei Sabine Hüttner für die aufschlussreiche und spannende Vorführung sowie bei der Fachschaft Geistsoz für die finanzielle Unterstützung.
Exkursion ins Linden-Museum, Stuttgart
Am 20. Juli 2024 besuchte Andrea Acle-Kreysing gemeinsam mit den Teilnehmer:innen ihres Seminars die Ausstellung *Stuttgart-Afghanistan* im Linden-Museum in Stuttgart, die sich mit der Dynamik des Wissensaustausches und der kulturellen Vermittlung auseinandersetzt. Im Rahmen der Führung gewährte uns Frau Hüge einen faszinierenden Einblick in zahlreiche historische Objekte, Kunstwerke sowie Alltagsgegenstände.
Besonders beeindruckend war für uns die Mitwirkung von Menschen aus der Region Stuttgart, die einen persönlichen Bezug zu Afghanistan haben, an der Vorbereitung der Ausstellung. Ihre Beiträge in Form von Erinnerungen, Gedanken und Leihgaben haben unseren Blick bereichert und einen wertvollen Bezug zur Gegenwart hergestellt. Zudem schätzten wir, wie die Ausstellung eine neue Perspektive auf eine deutsche Forschungsexpedition nach Afghanistan in den 1960er Jahren bot, indem Akteur:innen aus beiden Ländern berücksichtigt wurden.
Unser Dank gilt der Fachschaft GeistSoz für die finanzielle Unterstützung und unserer wunderbaren Museumsführerin, Frau Hüge!
WS 2023/24
Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg
