Geschichte der Fischbestände und Fischereiwirtschaft im Murgtal im Kontext der naturalen, sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen

Bei der Murg handelt es sich um einen von Baiersbronn bis Steinmauern reichenden Fluss, der in den letzten Jahrhunderten intensiv wirtschaftlich genutzt und verändert wurde. Diese Nutzung bestand zunächst in der Bereitstellung von Wasserkraft für Mühlen, der Flößerei und der Fischerei, später auch in der Entnahme von Kühlwasser und der Einleitung von Abwässern. Daraus resultierten Auswirkungen auf den Flusslauf und die Wasserorganismen, die wiederum auf die Fischerei zurückwirkten. 

Von den zahlreichen in der Murg in den letzten Jahrhunderten nachgewiesenen Fischarten ist vor allem der Lachs von Bedeutung. Als begehrter Wanderfisch hatte er vor seinem Laichgang den höchsten Wert. So wurden bereits ab dem 15. Jahrhundert von den jeweiligen Territorialherren Regeln für das Fischen, die Nutzung der Wasserkraft sowie den Umgang mit Wehren und Kanälen vereinbart, damit der Lachs relativ ungehindert die Murg hinaufschwimmen konnte.

Die Erforschung der historischen Fischerei und Fischwirtschaft in der Murg im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe dient kurzfristig als Grundlage der Ausstattung eines Radwanderwegs entlang der Murg mit historisch fundierten Informationstafeln. Auf lange Sicht gesehen bietet das Projekt darüber hinaus historisches Hintergrundwissen zur Verbesserung der Gewässerökologie, bei dem u.a. das im Zuge der Industrialisierung kanalartig ausgebaute Flussbett der Murg renaturiert werden soll.