Kindermobilität. Historische Betrachtung der Fortbewegung und des Transports von Kindern

Wie bewegten sich Kinder früher – und was bedeutet das für unsere heutige Mobilität?

Das Forschungsprojekt untersucht die historische Entwicklung der Kindermobilität im 20. Jahrhundert aus verschiedenen Perspektiven.

  • Mobilität des Spiels: Für Kinder ist Bewegung mehr als Vorankommen. Sie erleben Geschwindigkeit, üben Fähigkeiten, imitieren Erwachsene, drücken sich aus und haben Spaß.
  • Transport von und durch Kinder: Ob getragen, gefahren oder selbst unterwegs, die Form der Bewegung prägen die Sozialisation und beeinflussen Mobilitätsbiografien bis ins Erwachsenenalter.
  • Schulwege und Verkehrserziehung: Der Weg zur Schule ist für Kinder eine besonders prägende Erfahrung und betrifft alle Kinder. Daher liegt und lag auch beim Verkehrsunterricht ein besonderes Augenmerkt darauf.
  • Politik und lokale Rahmenbedingungen: Diese formen die Mobilitätsmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene entscheidend. Ein zentraler Faktor, der oft übersehen wird, ist (oft unbewusster) Adultismus: die Dominanz erwachsener Sichtweisen, die kindliche Autonomie einschränkt.

Das Projekt will diese Dimensionen zusammenführen und zeigen, wie historische Strukturen bis heute nachwirken.
 

Veröffentlichungen zum Projekt:

Zimmer-Merkle, Silke: Auf dem Gehweg, auf der Strasse, im Hof. Neue Forschungsperspektiven auf kindliche Mobilität im 20. Jahrhundert, traverse, 2025 (1), S. 99-112: https://revue-traverse.ch/ausgabe/2025-1/ (demnächst open access abrufbar)