Geschichte der Geisteswissenschaften an Technischen Hochschulen und aktuelle Fragen ihrer Didaktik

Geisteswissenschaftliche Lehrinhalte gehörten von Anfang an zur ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung. Die Rolle der Geisteswissenschaften änderte sich jedoch seit der Gründung der polytechnischen Schulen bis heute wiederholt. Während anfangs die Technischen Hochschulen dem humanistischen Bildungsideal folgten, um das Ingenieurwesen gesellschaftlich zu legitimieren und sich mit dem akademischen Selbstverständnis der Universitäten zu messen, sollen heute Geistes- und Kulturwissenschaften vor allem die ethische Flankierung der Technik und eine angemessene Kommunikation wissenschaftlicher und technischer Projekte gegenüber der Gesellschaft garantieren. Für eine aktuelle Standortbestimmung der Geisteswissenschaften und ihrer didaktischen Ziele ist die historische Reflexion über den Bedeutungswandel essenziell. Ziel des Departments für Geschichte ist es, diese Auseinandersetzungen mit der eigenen Rolle in Lehre, Forschung und Öffentlichkeit kontinuierlich zu führen.

Lehre: Die sich wandelnde Rolle der Geisteswissenschaften an technischen Hochschulen und der Karlsruher im Besonderen ist wiederholt Gegenstand geschichtswissenschaftlicher Lehrveranstaltungen, die Désirée Schauz u.a. in Kooperation mit dem KIT-Archiv für die Studiengänge EUKLID und LAS anbietet.

Podiumsdiskussion: Zwischen Allgemeinbildung und Technikreflexion? Vergangenheit und Zukunft der Geisteswissenschaften an Technischen Universitäten

Marcus Popplow und Désirée Schauz organisierten 2024 zum Thema eine Podiumsdiskussion am KIT. Mit Kolleg:innen aus den Geistes- und Naturwissenschaften vom KIT und anderen Technischen Universitäten diskutierten sie über historische Entwicklungen, aktuelle Herausforderungen von und Erwartungen die Geisteswissenschaften im speziellen Kontext der Technischen Universitäten.

Podiumsdiskussion: Zwischen Allgemeinbildung und Technikreflexion? Vergangenheit und Zukunft der Geisteswissenschaften an Technischen Universitäten (Video-Aufzeichnung)

Deutsch-indische Forschungs- und Lehrkooperation

Zwischen 2023 und 2026 war Désirée Schauz Kooperationspartnerin im Projekt “Public Humanities and Pedagogy in the Global South: Challenges and Directions”, Birla Institut of Technology and Science Piliani (Goa Campus). Das Projekt wurde von der indischen Regierung im Rahmen des Programms „Scheme for Promotion of Academic and Research Collaboration“ finanziert.
Ein erstes Ergebnis ist die kollaborative Konzeption des Kurses „The Sciences and the Humanities: Two Cultures?“, der im Winter 2025/Frühjahr 2026 am Birla Institut of Technology and Science Piliani (Goa Campus) unter Beteiligung der deutschen Kooperationspartner gehalten wurde.

Link zur Veröffentlichung

Im Rahmen des Projekts war die Doktorandin Utsarjana Mutsuddi vom BITS Piliani zu Gast am Department für Geschichte. Sie forschte zu Fragen der geisteswissenschaftlichen Didaktik und Lehrangeboten für Natur- und Technikwissenschaften an Karlsruher Hochschulen.