Der Aufstieg der Naturwissenschaften in der Neuzeit war getragen vom Glauben, dass sich das Wissen über die Natur stetig vermehren und sich über kurz oder lang für Mensch und Gesellschaft nützlich erweisen würde. Diese Erwartungen prägten das Selbstverständnis der Naturwissenschaften. Das Projekt behandelt die Geschichte des modernen Wissenschaftsverständnisses und schlägt dabei den großen Bogen von der frühneuzeitlichen Naturforschung zu den Naturwissenschaften des 20. Jahrhunderts. Es zeigt den Wandel vom universellen Nutzenideal des 17. und 18. Jahrhunderts bis zum heutigen technischen Fortschrittsversprechen. Der Glaube an den naturwissenschaftlichen Nutzen war allerdings von Anfang an von der Einsicht begleitet, dass der Erkenntnisfortschritt nur dann gewährleistet ist, wenn sich Forschung nicht allein an kurzfristigen Bedürfnissen ausrichtet.
Die zentralen Ergebnisse des Projekts sind als Monografie veröffentlicht:
Désirée Schauz: Nützlichkeit und Erkenntnisfortschritt. Eine Geschichte des modernen Wissenschaftsverständnisses (Deutsches Museum, Abhandlungen und Berichte, N.F. Bd. 33). Göttingen: Wallstein 2020 (Link zum Verlag).
